Andreas Bär: Neustart der politischen Debattenkultur jetzt!

Es war nicht das erste Mal und wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Trotzdem möchte ich einige Reaktionen auf meinen letzten Facebook-Beitrag zum Anlass nehmen, mit Ihnen/Euch über die politische Debattenkultur in Nidderau zu sprechen.

In den letzten 24 Stunden wurde ich auf Facebook und WhatsApp wörtlich oder sinngemäß u.a. als „Heuchler“, „Spalter“, „Diffamierer“, „Herumhampler“ und „Poser“ bezeichnet. Mein Handeln bzw. meine Person wäre u.a. „krank“, „peinlich“, „arm“, „armselig“, „gruselig“, „arrogant“, „unfähig“, „übel“ und „mies“. Und dies waren nur die Äußerungen gegenüber meiner Person.

Warum das Ganze? Hauptsächlich weil mein Kollege Lennard Oehl und ich nach der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mit einer Meldung samt Foto darüber informiert haben, dass dort gemeinsam („wir“) eine Erstattung der Elternbeiträge für KiTas und Betreuungseinrichtungen beschlossen wurde, ohne dabei ausdrücklich alle einzelnen Parteien beim Namen zu nennen.

Unabhängig vom konkreten Anlass frage ich mich: Wollen wir wirklich so mit- und übereinander sprechen? Ist dies die Art, mit der wir die aktuellen Herausforderungen lösen können? Zurecht regt sich in der Bevölkerung Unmut über diese Form des Umgangs. Dabei geht es nicht nur um meine Person: Auch mein Mitbewerber Phil Studebaker und andere politisch Aktive waren in der Vergangenheit schon abwertenden und/oder beleidigenden Äußerungen ausgesetzt.

Ich möchte einen Neustart der politischen Debattenkultur in Nidderau! In den sozialen Medien und im echten Leben.

Deshalb bitte ich alle Mitglieder und Sympathisanten der politischen Parteien in Nidderau, in der öffentlichen Diskussion ab sofort auf Abwertungen und Beleidigungen des politischen Mitbewerbers zu verzichten. Lasst uns in der Sache engagiert diskutieren, ohne dem Gegenüber seine Achtung zu nehmen. Lasst uns Vorbild sein und einen respektvollen Umgang vorleben.

Vinzenz Bailey (Parteivorsitzender) und ich (Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat) übernehmen die Verantwortung für die Mitglieder der SPD: Wir werden von diesen keine herabsetzenden Kommentare in den sozialen Medien akzeptieren und in diesem Fall unverzüglich das persönliche Gespräch suchen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Falls wir eine solche Äußerung übersehen, bitten wir um eine kurze Nachricht.

Andere Parteien und Wählervereinigungen sind herzlich dazu eingeladen, unserer Initiative zu folgen. Wir würden uns sehr freuen.

P.S.: Richtig ist, dass mein persönlicher Wahlkampf momentan ausgesetzt ist. Dies bedeutet, dass es aus Gründen der Sicherheit und Gesundheit keine eigenen Veranstaltungen bis (Stand jetzt!) zu den Sommerferien geben wird. Allerdings möchte ich weiterhin die sozialen Medien nutzen, um über Beschlüsse, Initiativen und Ziele zu informieren oder meine Gedanken zu teilen. Ich hoffe, Sie sind/Ihr seid damit einverstanden.